Es wird eisig auf dem Roadtrip über das Bolaven Plateau. Denn die Gegend liegt hoch auf über 1300 Meter. Und der Fahrtwind auf dem Roller lässt die Temperaturen nochmal deutlich kälter erscheinen.

Zum Glück ist mir dieser Fakt vor der Abfahrt in Pakse noch aufgefallen, denn nachts wird es ordentlich kalt und ebenso auf dem Roller durch den Fahrtwind. Richtige Motorräder gibt es nicht, Laos ist Rollerland. In Chiang Mai hatte ich ein kleineres Motorrad, eine Honda CBR125. Hier gibt es nur Honda Wave oder Suzuki-Roller und allenfalls noch kleine Vollautomatik Hondas.

Aber auch das ist gut, denn die Honda Wave ist ein robuster Klassiker. Sie ist das Allzweckfahrzeug hier mit dem wirklich alles transportiert wird. Und dementsprechend lädiert sehen die Dinger auch aus. Meine hat ein kaputtes Sattelschloß und eine nicht mehr so ganz funktionierende Tachoanzeige. Die Orientierung anhand gefahrener Kilometer ist nicht möglich und die erste Kreuzung ohne Beschilderung verpasse ich fast. Aber das ist halb so wild. Es gibt hier nicht viele asphaltierte Straßen und daher kommt man auch ohne Schilder nach Tat Lo.

Tat Lo oder Tat Lor ist dann ein verschlafenes kleines Dorf. Hat irgendwie was und auch hier ist der Weg zum Wasserfall das eigentlich Ziel. Und auch die einzige Attraktion (außer den weiteren Wasserfällen, die ich ausfallen lasse). Ich schlafe in der primitivsten Behausung ever und mein neuer Weggefährte, ein Straßenhund, liegt am nächsten Morgen friedlich vor meiner Tür. Ob es Untersuchungen gibt, wie unterschiedlich aggressiv in den einzelnen Ländern hier die Straßenhunde sind? In Laos wirken sie entspannt, nächtliche Rudelbildung habe ich noch nicht erlebt.

Am nächsten Morgen geht es über Paksong zurück und in der Kaffee-Hauptstadt finde ich einen Laden, der geöffnet hat und der lokalen Kaffee anbietet. Absurdistan – mitten in der Kaffeeanbauprovinz ist es schwierig an regionalen Kaffee zu kommen.

In Pakse zurück statte ich Buddha auf der anderen Seite des Mekong über die Lao-Japanische Brücke einen Besuch ab. 456 steile Stufen später stehe ich vor dem halbverfallenen Baugerüst, dass die goldene Statue umfasst. Die Aussicht ist nicht fototauglich. Mich interessiert die Unfertigkeit des Ortes und die nur über Baubrettern erreichbare Statue. Laotische Besucher sind am Sonntag morgen auch da und bitten in einem Ritual um Glück. Und ich freue mich über diesen stillen Ort mit Blick auf den Fluss.

Mein Tipp: eine Karte braucht man nicht für die Rundfahrt von Pakse nach Tat Lo. Wenn selbst ich die Tour ohne Karte schaffe, schaffst du das ganz locker!

Nützliche Links

bolaven.com
Du findest auf dieser englischen Website Kartenmaterial und eine Skizze zum Small Loop und Big Loop. Ebenso findest du Informationen zu Guest Houses auf dem Weg und Informationen über die ethnischen Minderheiten in der Region.

One Reply to “Über das Bolaven Plateau nach Tat Lo”

  1. Hallo Chris,
    herzlichen Dank für Deine Rückmeldung zu unserem Laos-Bericht. Soweit ich mich erinnere, gab es ab Pakse an der Straße immer wieder mal Wegsteine mit Angaben zur Distanz. Dadurch hatten wir zumindest ein Gefühl für die Entfernung zum Bolaven-Plateau.
    Wir wünschen Dir weiterhin spannende und glückliche Abenteuer
    Annette und Lars

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