Durch die ganze Welt in 1000 Instrumenten. Das MIM Museum in Phoenix, Arizona

Für einen längeren Aufenthalt in Phoenix reicht unser Zeitplan nicht aus. Aber wir verbringen einen Nachmittag hier und entscheiden uns für einen Besuch im Musical Instruments Museum.

Das ethnologische Museum liegt außerhalb, direkt an einem Freeway und verfügt über genügend Parkplätze. Auch an einem Sonntag.

Mit $20 pro Person liegt der Eintrittspreis für US-Verhältnisse im Rahmen. Darin enthalten ist der Audio Guide – denn schließlich möchte man auch etwas hören von den ausgestellten Instrumenten. Das Gebäude ist ein moderner Bau mitten in der Wüste. Im Erdgeschoss geht es kurz mit einer Einführung los, in der einige Kuriositäten zu finden sind. Etwa ein riesiger Kontrabass, der nur über eine Leiter erreicht werden kann. Oder eine Spazierstockgeige.

Im zweiten Stockwerk ist die Sammlung nach Kontinenten und Ländern geordnet. “Überwältigend” ist noch untertrieben, es ist viel zu sehen. Viele der Instrumente habe ich noch nie gesehen. Es gibt kurze ethnologische Begleittexte und für jedes Land einen Bildschirm, auf dem einige Videos laufen, deren Ton man über den eigenen Audio Guide hören kann.

Auch ein ganzes Panel mit Ukulelen ist zu sehen. Das erinnert uns an unser Reiseprojekt, das schnarchend vor sich her döst wie eine Katze auf dem Dach: auf der Reise Ukulele zu lernen. Wir haben seit April 2 Ukulelen im Gepäck. So richtig vorwärts ging es damit aber nicht. “Creep” von Radiohead können wir beide nur so mittelmässig gut, obwohl das Lied nur aus 4 Akkorden besteht. Und bei meiner Version von “Can´t help falling in Love” von Elvis Presley nehmen Tiere und Menschen voller Angst die Flucht auf!

Die USA haben einen eigenen, riesigen Ausstellungsraum im Museum. Musik von Native Americans, Jazz, Bluegrass, Polka, Klezmer, Cajun. Die Ausstellung endet ungefähr in den 1980er Jahren mit HipHop (und der legendären Roland TR-808 Drummachine) sowie elektronischer Musik mit Bob Moog und dem Minimoog Synthesizer.

Puh, das ist alles ganz schön viel Information! Am besten, man sucht sich gezielt Länder aus, über die man mehr wissen möchte. Wir sehen uns nochmal die Instrumente unserer vorherigen Reiseetappen an. Gerade Kuba hat eine breite musikalische Tradition mit einer riesigen Vielzahl an Stilen. Wir waren im April dort und abends spielten in einigen Städten Bands auf den zentralen Plätzen der Stadt. Und den letzten Abend in Havanna verbrachten wir in der Monserrat Bar mit der Live Musik einer Rumba Band.

Orte an denen man schon mal war, Orte an die man noch mal möchte. All das kommt hier zusammen. Das Museum macht Lust zu reisen und Musik unbekannter Länder kennenzulernen. Und sich noch viel mehr Musik anzuhören. Ich selbst habe in den letzten Monaten angefangen mich durch afrikanische Musik der 1960er Jahre zu hören.

Als Abschluss ist der “Experience” Raum ein großer Spaß: hier stehen diverse Musikinstrumente zur freien Verfügung. Vom riesigen Gong bis zum luftgesteuerten Theremin. Endlich kann man einige Instrumente selbst anfassen und spielen.

Der Besuch war etwas ganz Besonderes. Ein vergleichbares Museum gibt es kein zweites Mal. Wer je in Phoenix Arizona sein sollte – unbedingt vorbeischauen.

MIM Musical Instruments Museum
4725 E. Mayo Blvd.,
Phoenix, AZ 85050

http://www.mim.org/

Jeden Tag von 9:00 – 5:00 Uhr geöffnet

 

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