Ich kam mir vor wie ein wiedergeborener Gottkönig, nachdem ich in Bangkok a) die richtige Bushaltestelle gefunden b) den richtigen Bus genommen und c) auch noch genau dort ausgestiegen war, wo ich es auf meiner selbstgemalten Karte verortet hatte.

Die überschäumende Freude hielt allerdings nicht sonderlich lange an, denn das Cozy Place Hostel war ausgebucht. Aua. Damit hatte ich nicht gerechnet und wirkliche Alternativen gibt es in der Gegend nicht. Also Plan B: nicht in Bangkok bleiben sondern direkt mit dem Zug nach Hua Hin fahren. Der Bahnhof Hua Lamphong befindet sich direkt um die Ecke und wegen ihm wollte ich auch in besagtem Hostel einchecken. Ich bekam noch 9 Minuten vor Abfahrt ein Ticket für die 3. Klasse und los ging es. Die 3 Thaijungs neben mir im Abteil, einer davon ganz stilecht komplett in Denim und mit Cowboyhut bekleidet, boten mir ihre Cola an und fragten, wo ich herkommen würde. Ich lehnte dankend ab, und sie schliefen trotz der brüllenden Lautstärke bei offenem Fenster ein.

Thai Cowboy

Hua Hin war nach viereinhalb Stunden erreicht. Mein Lonely Planet von 2012 hatte keine wirklich günstigen Unterkünfte markiert und ich hatte in der Eile im Vorfeld keine Hostel-Adressen notiert. Ich wanderte also mit dem Rucksack durch die Stadt und beschloß nach dem ersten Eindruck, dass ich hier maximal eine Nacht bleiben würde. Das Straßenbild dominieren ü55-Europäer, entweder als Ehepaare oder als Kleingruppen von dicken, fetten Partylöwen (Simpsons Referenz), die den falschen Bus nach Pattaya erwischt haben. Wenn man in keine der beiden Kategorien fällt, ist man in Hua Hin u.U. falsch. Der Nachtmarkt ist ebenso eher lahm im Vergleich zu Krabi und alles hier erinnerte an eine handzahme Version von Krabi. Anderen Reisenden hat die Stadt auch nicht sonderlich zugesagt.

Entgegen meiner guten Vorsätze hatte ich nach der schweißtreibenden Zugfahrt und der Hostelsuche auf einmal ein Bier in der Hand – und biß in frittiertes Schweinefleisch. Da ich keiner Gruppe angehöre die selbige Nahrungsmittelaufnahme sanktioniert, sollte ich wohl gerade nochmal damit durchkommen, meine nicht vorhandenen Grundsätze gebrochen zu haben. Gestern noch im Vegan-Restaurant kredenzt und heute das. Nachtmarkt, ab nach Hause und warten auf Godot. Bzw. den nächsten Morgen und den Zug nach Prachuap Khiri Khan.

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