Wenn ich schon an der Küste bin, dann kann ich die Überfahrt nach Südkorea gleich mit dem Boot unternehmen. Ich hatte im Vorfeld die Abfahrtszeiten recherchiert. Buchbar wäre das Ganze nicht ohne weiteres gewesen, es gab nur nicht-funktionierende Webseiten oder Optionen wie „erst in Korea anrufen für die Buchung, dann eine Anzahlung auf ein koreanisches Konto überweisen“. Mir alles zu kompliziert, und da ich ein paar Tage an der Küste in Shandong eingeplant hatte, sollte die Buchung vor Ort klappen. Die Fähren legen nicht täglich ab, das hatte ich mit eingeplant. Dafür ist das Fährterminal ist in Qingdao innerstädtisch gelegen und zu fuß oder zu Bus gut zu erreichen.

Die Economy Class ist die günstigste und lag mit 750 Yuan unter dem Flugpreis. Allerdings waren hier keine Steuern mit enthalten, bei der Buchung kam dann ein Betrag von 870 Yuan zustande. Am Tag der Reise dann Ticket abholen, das nochmal an einem anderen Schalter gegen ein Ticket eingetauscht werden sollte. Hier wurden nochmal 30 Yuan fällig – die ich nicht eingeplant hatte. Und ich hatte alle mein Yuan schon ausgegeben. Also nochmal zum Geldautomaten.

Die Kabinen an Bord hatte ich mir anders vorgestellt, aber alles war dann viel besser als erwartet. Schon auf dem Ticket steht die Raumnummer und Bettnummer. Die Betten sind dann kleine Stapelbetten mit Vorhängen. Und durch die Raumaufteilung in kleine Gänge bekam man nur seine unmittelbare Nachbarn mit und nicht das Schnarchen von 50 Mitreisenden.

Korea hat sehr viele kleine Inseln, viele davon nur Felsen im Meer, die meisten unbewohnt. An dieser Vielzahl von Felsen vorbeizufahren ist definitiv ein Erlebnis. So eine Bootsfahrt kann ansonsten extrem boring sein, hier gibt es durch Inseln und vorbeifahrende Schiffe einiges an Abwechslung.

Ankunft in Incheon. Die Stadt ist mit Seoul per Metro verbunden, das hatte ich im Vorfeld schon recherchiert und herausgesucht. Denn bei der Ankunft habe ich ja kein Wlan. Ich bin mitten in einem Hafengebiet und laufe einfach zu Fuß zur nächsten Metrostation. Auf dem Weg finde ich einen Geldautomaten. An der Metrostation liefern sich dann zwei alte Herren, weit über 70, ein Wortgefecht, das gerade in Handgreiflichkeiten umschlägt. Das Brüllen wird gerade zum Hauen. Ein dritter Rentner mit Trillerpfeife steht dazwischen und schlichtet pfeifend und schubsend. I have absolutely no clue what is going on here. Es fühlt sich irgendwie politisch an.
Ein echter Kulturschock! Aber ein paar Wochen später in Korea weiß ich, dass das die absolute Ausnahme darstellt. Eine Koreanerin meint später zu mir „Visitors always see these freak things“. Sonst hätte man ja nichts zu erzählen!

Ich bin jedenfalls froh diese Fährfahrt mitgemacht zu haben. Die Überfahrt war definitiv eines der schönsten Highlights meiner Weltreise. Zur Nachahmung empfohlen!

Nützliche Informationen

Ich bin mit der Weidong Fähre gefahren. Die Fähre legt immer Montag, Mittwochs, Freitags um 17 Uhr ab, du musst aber bis 14.30 Uhr durch den Zoll gegangen sein. Die Fährfahrt dauert ca. 16 Stunden. Du kommst also vormittags in Incheon an.

Weidong Ferry (Qingdao to Incheon South Korea)
Weidong Ferry Co. ltd.
4 XinJiang Road (ticket office)
Telephone: +86 (532) 8280-3574
威东航运,新疆路4号

Qingdao Port Ferry Terminal
6 XinJiang Road
Telephone: +86 (532) 8282-5001
青岛港客运站, 新疆路6号

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