Irgendwie ist alles anders, als ich mir es im Vorfeld vorgestellt hatte. Meine To-Do-Liste habe ich brav erledigt. Das letzte halbe Jahr bestand zum Gutteil aus einem Projektmanagement-Job für das Projekt Sabbatical bzw. Weltreise. Vor allem darin, Dinge zu verkaufen: die Buchsammlung und die Plattensammlung massiv dezimieren, dazu die meisten Möbel einlagern denn Lagerplatz ist rar und teuer. Das ging alles ganz gut und es gibt auch noch kurz vor der Abreise auch Punkte, die erledigt werden sollten. Gleichzeitig entstehen aber Zeiten der Leere: man hat einfach nichts zu tun. Und das kollidiert mit dem aufgedrehten Modus, in dem man sich befindet.

Die Maschine, die auf Dinge-Erledigen-Zack-Zack, ausgerichtet ist, ist überhaupt nicht bereit mal locker zu machen. Zumal einfach Warten angesagt ist. Der Umzug findet eben in 5 Tagen statt und nicht heute oder morgen und eigentlich ist alles gepackt. Habe ich auch an alles gedacht und nichts vergessen? Ich kenne das Gefühl schon von den letzten Urlauben: die Zeit davor war auch alles andere als relaxt. Ganz im Gegenteil: schnell noch Projekte abschließen. Und Kunden fällt natürlich auf den letzten Drücker noch etwas ein. Die Hektik des Arbeitslebens fällt bei mir weg, da ich seit Anfang Dezember nicht mehr arbeite, insofern ist diese Möglichkeit zur Selbstbeschäftigung nicht mehr da.

Dieser Modus ist ziemlich genau das Gegenteil von Entspannung: Anspannung und Realitätsprinzip. Wenn ich vor etwas Angst habe, dann vor dieser Fallhöhe: also in 2 Wochen in einem komplett anderen Setting zu sitzen und dann gibt es nichts mehr zu tun. Außer in den Sois von Bangkok bei extremer Hitze mit 32 Grad zu schwitzen. Ein schöner Kontrast zu dem Wintereinbruch hier – und wahrscheinlich illustriert dieser Wetterunterschied auch haargenau meine emotionale Lage.

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