Mit Antigua sind wir nicht richtig warm geworden. Was vor allem am miesen Wetter mit Dauerregen lag. Dadurch fielen alle Aktivitäten aus. Ob wir bei den Wetteraussichten überhaupt noch an den Atitlán-See fahren sollten? Wir entscheiden uns dafür.

Und entdecken dort einen weiteren Lieblingsort.

Auf der Hinfahrt im Shuttle Bus sitzt ein anderer Menschenschlag als auf der Fahrt von Sempuc Champey. Keine Backpacker mehr, sondern Expats. Meist älter wie der eine grauhaarige Amerikaner, der am See eine Akkupunktur-Praxis betreibt. Oder die beiden jungen Frauen, die hier eine medizinische Ausbildung machen und in den Maya-Dörfern arbeiten.

Der Shuttlebus setzt uns direkt am Pier in Panajachel, oder kurz „Pana“, ab. Die Stadt erscheint uns ziemlich grau und dient uns nur als Durchgangsstation. Wir fahren direkt mit dem Taxi-Boot weiter. Und zwar nach Jaibalito, einem kleinen Dorf am See, das über keine Straßenanbindung verfügt. Wenn hier ein Haus gebaut wird, muss jeder Stein, jedes Brett und jeder Nagel mit dem Boot hergebracht werden. Wenn du von Panajachel aus mit dem Boot fährst, ist es eine Haltestelle nach Santa Cruz La Laguna. Die Fahrt dauert circa 20 Minuten.

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Jaibalito ist einer der ruhigeren Orte am See. Eine Frau, die wir in Kuba getroffen haben, schwärmte uns von dem Hotel La Casa Del Mundo vor. Wir wollen es aber rustikaler und haben uns das Hostel Posada Jaibalito ausgesucht, das von einem deutschen Auswanderer aus Ulm geführt wird. Es gibt keine Buchungen oder Reservierungen im Vorfeld. Und die Facebook-Page wird von einem Fan betrieben und nicht von Hans, der den Laden schmeißt. Ganz sympathisch ist das.

Das hier ist wie Urlaub auf dem Bauernhof. Um uns herum gackern Hühner, Perlhühner und Enten. Es gibt bis zu 10 Katzen und viele Hunde. Und eine Babykatze  schleicht sich immer in unser Zimmer und schläft den ganzen Tag auf meinem Bett. Wir machen hier ansonsten gerade mal nichts. Außer uns von den Angestellten bekochen lassen, die beste Hausmannskost-Fusion-Cuisine zwischen Falafel und Kässpätzle zaubern. Alles ist superlecker und die Preise sind selbst für Guatemala-Verhältnisse unschlagbar.

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Das Haus ist einer der Treffpunkt im Dorf. Die News vor Ort kommen nicht über Facebook, sondern den Küchentisch. An einem Abend sitzen ein paar Jugendliche aus dem Dorf an den Tischen. Ansonsten kommen hier regelmässig alle Expats vorbei. Wir lernen einen Webprogrammierer aus Colorado kennen, der zwischen Mexiko und Guatemala pendelt und arbeitet. Die Unterhaltungen werden deutlich tiefer als zuvor, die Leute hier sind auch älter und haben ein Leben gelebt.

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Vor den Wanderungen rund um den See holen wir uns noch Informationen zur Gefährdungslage ab, da es immer mal wieder zu Raubüberfällen gekommen ist. Aktuell gibt es keine Berichte für unsere Route und an einem Tag wandern wir die 2 Stunden von San Marcos La Laguna nach San Pedro. In San Pedro gibt es einen Gringo-Strip, in dem sich Backpacker-Hostel an Bar an Café reiht. Kann man machen, aber wir sind eher froh ein paar ruhige Tage abseits des Trails zu verbringen. Mit dem Taxi-Boot fahren wir wieder zurück nach Jaibalito.

Dort stehen bereits die Kässpätzle auf dem Herd bereit. Und diverse Katzen wollen gestreichelt werden.

Nützliche Informationen

Posada Jabailto auf Google Maps
https://goo.gl/maps/SZF7GNoFsWG2

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