Eben standest noch mitten im hektischen Treiben von Tokio. Eine halbe Stunde später stehst du an einem ruhigen Ort in einem Park des Tempel Sōji-ji. Die Hochhäuser von Yokohama und Tokio sind noch in der Ferne zu sehen.

Wenn du Lust auf diese Erfahrungen hast und einen authentischen Ort des japanischen Zen besuchen möchtest, dann probier den Tempel Sōji-ji in Yokohama aus. Der Tempel ist eine halbe Stunde von Tokio aus entfernt und einfach zu erreichen.

Der  Tempel  ist eine der wichtigsten Stätten des Zen in Japan. Trotzdem kommt kaum ein Tourist hierher. Wir selbst sind an einem sonnigen Nachmittag im Februar vor Ort. Und sind die einzigen Nicht-Japaner auf dem Gelände.

Draußen sind hauptsächlich Anwohner unterwegs. Familien, deren Kinder herumtollen. Ältere Leute, die spazieren gehen. Oder in der Haupthalle Räucherstäbchen anzünden.

Genau diese Alltäglichkeit macht den Reiz dieses Ortes aus. Du kannst einfach mit dabei sein. Und entdecken, wie sich das Leben von Mönchen und Anwohnern im Tempel abspielt.

Der Besuch des Tempels

Sōji-ji liegt in einem Vorort von Yokohama. Die Anreise von Tokio ist einfach, schnell und günstig. Mit der blauen JK Keihintohoku Line, Richtung Ofuna, dauert die Fahrt von Tokyo Station aus 30 Minuten und kostet 390 Yen. An der Station Tsurumi ist Sōji-ji  schon ausgeschrieben und du läufst gerade mal 5 Minuten bis zum Eingang.

Du kannst alleine herkommen und das Gelände eigenständig erkunden. Im Unterschied zu vielen Tempeln kostet dieser keinen Eintritt.Die meisten Gebäude sind für Besucher geöffnet und du kannst sie betreten. Damit kannst du direkt erleben, was in einem Zen Tempel passiert.

Alternativ kannst du eine englischsprachige Führung buchen. Und dir von einem Zen-Mönch den Tempel zeigen lassen. Diese kannst du im Vorfeld telefonisch oder per Kontaktformular auf der Website buchen. Die Kosten liegen bei 400 Yen pro Person. Das ist – nicht nur für japanische Verhältnisse – ein sehr faires Angebot.

Als dritte Option gibt es noch die Möglichkeit eine Einführung in die Zen Meditation, Zazen genannt, mitzumachen. Das Angebot ist englischsprachig und die Termine finden ungefähr einmal im Monat vormittags statt. Genaues dazu findest du auf der Homepage des Tempels.

Du kannst ohne Probleme auf eigene Faust auf dem Gelände unterwegs sein. Zu deiner Orientierung gibt es einige Hinweistafeln in englisch. Und du kannst dir auf der offiziellen Website einen Lageplan auf englisch ansehen mit Erläuterungen zu der Funktion einzelner Gebäude.

Ein Rundgang über das Gelände

Du kommst durch das Eingangstor einen langen Weg hoch. Rechts von dir befindet sich das Sanshokaku, das größte Haus. Rechts daneben ist das Koshakudai, in dem sich die Rezeption und einer der beiden Tempel-Shops befindet. Wenn du Fragen ist, ist das der richtige Ort. Weiter nördlich führt der Weg durch eines von drei Toren in einen weiteren Park. Hier gibt es einige interessante Gebäude: das riesige Zeromonie-Gebäude Daisodo ganz rechts, die Buddha-Halle Butsuden in der Mitte und links das Hokodo. Die Bezeichnung der Gebäude auf englisch und den Lageplan findet du hier

Mit ein bißchen Glück findet gerade eine Zeremonie statt, bei der du als Zaungast teilnehmen kannst.

Die Parkanlagen vor dem Gebäude sind großartig. Du findest kunstvoll angelegte Gartenbeete. Sowie Kirsch- und Pflaumenbäume mit leuchtenden Blüten. Es ist ruhig und ganz friedlich. Die Hektik der Großstadt bleibt draußen, während du durch das Gelände schlenderst. Alleine dafür lohnt sich der Besuch.

Im südlichen Teil geht es über Treppen einen kleinen Hügel hoch. Dort befindet sich eine große Glocke und eine Kannon-Statue.

Zen Tempel Soji Ji - Doge

Als wir dort sind, findet gerade eine Zeremonie für eine Fußball-Jugend-Mannschaft aus Yokohama statt, die mit 2 Bussen angereist ist. Dafür stehen etliche Fotografen sowie Zen-Mönche mit Kameras bereit und vor dem kleinen Gebäude, in dem die Zeremonie stattfindet, stehen lauter blaue Adidas-Schuhe. Die Zeremonie ist im vollen Gange und wir hören das Trommelschlagen und das Chanten der Mönche.

Oben auf dem Hügel gibt es auch den Aufsteller für Ema-Karten. Wie in vielen japanischen Tempeln und Schreinen, kann man Holzkärtchen mit eigenen Wünschen aufhängen. Die leeren Holztäfelchen werden im Tempel für 800 Yen verkauft. Das Motiv auf der Karte ist unglaublich farbenfroh und erinnert an Manga- und Computerkultur, mit einem Shibe Hund auf einem Segelboot.

Hinter dem Zen Tempel in nördlicher Richtung liegt ein großer Friedhof. Wer wissen möchte, wie ein japanischer Friedhof aussieht, kann ein paar stille Minuten verbringen.

Zen Tempel Soji Ji - Friedhof

Wenn du wissen möchtest was in einem Zen Tempel in Tokio passiert, dann ist Soji-ji der richtige Ort.

Nützliche Informationen

Kosten
kein Eintritt

Offizielle Website / Führungen
Es gibt englischsprachige Führungen über das Gelände, die man im Vorfeld buchen kann. Für 400 Yen pro Person unter http://sojiji.jp/english/info/sanpai/index.html

Google Maps
https://goo.gl/maps/ZYJqK9qFXTJ2

Zen Tempel Soji Ji - Buddha Statue Zen Tempel Soji Ji - FlurSoji ji - Frosch Statue

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